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Kreisliga gucken: Überschaubares Niveau – na und?

Warum es für Zuschauer bei den Amateuren oft schöner ist als beim Profifußball…

Der Vergleich Kreisliga gegen Profifußball: schwierig schwierig, geht das überhaupt, ist das nicht ein ungleicher Kampf, in dem man Äpfel mit Birnen vergleicht? Einerseits schon, sieht man das Ganze unter rein sportlichen Aspekten, dann hinkt dieser Vergleich natürlich gewaltig, vom Niveau her kann der untere Amateurfußball natürlich nicht mithalten, keine Frage. Aber die Kreisliga wäre nicht das was sie ist, wenn sie nicht in anderen Punkten glänzen könnte und der schillernden Welt des Kommerzes hier und da schlichtweg den Rang abläuft. Steile These, aber seht selbst, hier mal einige Beispiele anhand eines typischen Kreisliga-Spieltages:

Zum Sportplatz geht’s zu Fuß oder mit dem Rad – Fahrtkosten fallen also schon mal flach

Beim Weg zum Spiel fängt es an, möchte man sich ein Kreisligaspiel reinziehen, ist der Weg dorthin in der Regel nicht weit, noch nicht mal bei Auswärtsspielen. Heimspiele werden in der Regel nach einem kleinen Fußmarsch bzw. einem kurzen Ritt auf dem Fahrrad erreicht. Fahrtkosten fallen also schon mal flach. Am Sportplatz angekommen, hält sich auch das Eintrittsgeld in Grenzen, mehr als zwei, drei Euro fallen so gut wie nie an. Beim Amateurfußball muss auch niemand 1,5 Stunden vor dem Spiel da sein, es reicht vollkommen aus, kurz vorher oder erst zum Anpfiff am Start zu sein, einen guten Platz gibt es immer.
Im Spiel selbst sind die Zuschauer mitten drin statt nur dabei, ganz nah dran, fast schon so, als ob sie selbst mitkicken würden. Das Geschehen ist total authentisch, kein Gelaber hinter vorgehaltener Hand, alles wird sich offen an den Latz geknallt, nicht immer nett, aber wenigstens ehrlich.

Lecker Pils und eine Brat für zwei, drei Euro – Preis/Leistung passt

Wird die Halbzeitpause für Verpflegung genutzt, so muss sich niemand 15 Minute in einer langen Schlange. Genau wie der Eintritt ist der finanzielle Aufwand, beispielsweise beim Kauf einer Brat und einem lecker Pils, äußerst überschaubar, das Preis/Leistungs-Verhältnis passt einwandfrei.
Nach dem Spiel geht es nicht sofort nach Hause, stattdessen wird mit einigen Leuten noch ein Bierchen getrunken und über das Spiel philosophiert. Im Gegensatz zu den Interviews in der Bundesliga beinhalten die Statements der Kreisligavirtuosen keine 08/15 Interviews mit vorformulierten Antworten, sondern eigene Meinungen, zu 100 % auch so gemeint.

Positive Randerscheinung, wenn dann irgendwann mal der Heimweg angetreten wird. Genauso schnell wie hin, geht es auch wieder zurück. Ratzfatz ist man wieder zu Hause und hat noch was vom Tag, statt noch etliche Zeigerumdrehungen im Auto oder Bus zu sitzen.
Mit Fug und Recht kann also behauptet werden, dass die Kreisliga im Vergleich zum Profifußball eine Menge Vorteile zu bieten hat, die sie verdammt attraktiv machen. Was nicht heißen soll, das die Menschen nur noch dorthin pilgern und den großen Stadien den Rücken kehren sollen. Letztendlich muss auch jeder selbst wissen, wo er sich Fußball ansehen möchte. Unabhängig vom zweifelsohne hier und da überschaubaren Niveau in der Kreisliga wird man aber sicher nicht enttäuscht, wenn man sich den ganz normalen Wahnsinn direkt vor der Haustür gelegentlich reinzieht… 😉

In diesem Sinne, GUT KICK!

Thomas Bentler & das Team von Kreisligafußball – das Bier gewinnt

Thomas Bentler

Autor, Trainer & Fußballliebhaber in Personalunion

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