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Tag der Arbeit – Von Malochern und Verpissern

Sonderthema: 1. Mai – Tag der Arbeit!

Die Kreisliga unter die Lupe genommen: Von Malochern und Verpissern…

Laut Wikipedia wird der erste Mai in Deutschland als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch als Maifeiertag bezeichnet. Anlässlich dieses Tages ist das Wort „Arbeit“ heute auch bei uns Programm. Anstatt Bier trinkend und zu lauter Musik grölend mit dem Bollerwagen durch die Wald- und Wiesenwege zu stolpern, sind wir fleißig und prüfen knallhart, wie es sich in der Kreisliga eigentlich so mit dem Thema Arbeit verhält. Denn auch dort muss ja hin und wieder schwer gebuckelt werden.


Schaut man sich die Niederungen des Amateurfußballs einmal genauer an, so wird schnell klar: Es gibt zwei ganz prägnante Arten von Fußballern: Die Malocher auf der einen und die Verpisser auf der anderen Seite.

Der Fairness halber, zuerst die Malocher

Von dieser Spezies kann man gar nicht genug Spieler im Team haben. Malocher sind wahre Arbeitstiere und chronisch unzufrieden, wenn sie nicht malochen können. Sie sind für die Plackerei geboren, müssen überall Vollgas geben, helfen und sich einbringen, wo es nur geht. Sie sehen die Arbeit, stellen sich ihr und packen tatkräftig mit an. Immer und überall!

Trainingseinheiten verpassen sie höchst selten, sie sind äußerst zuverlässig. Und genau so zuverlässig sind sie auch auf dem Platz. Den Übungen wird nicht nur teilnahmslos beigewohnt, nein, sie werden mit 1000-%igem Einsatz absolviert, oft weit über die Schmerzgrenze hinaus. Schlapp machen ist keine Option, stattdessen wird sich aufgerieben, wo es nur geht. Es wird sich mutig und überaus motiviert in jeden Zweikampf geschmissen, alles was sich in den Weg stellt, wird rigoros abgegrätscht, gebodycheckt oder gepressschlagt. Verlorene Bälle der Mitspieler wiederholen? Kein Problem! Für den Kumpel mit nach hinten laufen? Gern! Immer wieder äußerst weite Wege gehen? Lächerlich, der Weg der zu weit ist, muss erst noch planiert und gepflastert werden.

Genauso wie sie im Training und Spiel vorangehen, so machen sie dies auch abseits des Platzes. Vom Holen der Bierkiste nach dem Training über das Wegräumen der Trainingsmaterialien nach der Übungseinheit bis hin zu Arbeitseinsätzen im Verein – auf sie ist Verlass. Echte Teufelskerle eben.

Verpisser sind da ganz anders drauf

Verpisser lassen grundsätzlich lieber machen. Schon in der Sommervorbereitung geht es los, sie fahren erstmal pauschal in den Urlaub.

Kondition bolzen? Um Gottes Willen!

In der Saison, vor scheinbar unangenehmen Trainingseinheiten, das gleiche Bild: Regelmäßig gehen per WhatsApp Abmeldungen beim Trainer ein: Klausurphase, Kopfschmerzen, Kaffeetrinken bei Oma, Omas Geburtstag, verliebt sein, länger Arbeiten etc…
Irgendwann müssen aber auch sie mal zum Training. Was aber nicht heißen soll, dass sie dort aus ihrer Komfortzone herauskommen, im Gegenteil. Die Trainingsmaterialien können pauschal andere mit raus bringen. Beim 5 gegen 2 versuchen sie alles, um nicht in die Mitte zu müssen. Wenn sich dies mal nicht vermeiden lässt, darf die andere Person die Laufarbeit verrichten, die Faultiere stehen lediglich rum und lauern auf Fehler.

Warmmachen vor dem Training wird auch überbewertet, schließlich wurde eben erst noch warm gegessen, das muss reichen. Anstrengende Übungen werden aus Prinzip nur halbgar gemacht. Sprints bis zur Linie? Ja, aber nur bis zur eigenen, imaginären Begrenzung. Und die ist nur halb so weit weg, wie die des Trainers. Während sich andere also noch mitten im Beschleunigungsprozess befinden, sind die Gechillten dieser Welt schon schwer am Tempo drosseln. Fällt dies auf, wird mit Hilfe einer schauspielerischen Meisterleistung (der obligatorische, schmerzverzehrte Griff an den Oberschenkel) schnell die Reißleine gezogen und die Einheit prompt beendet:

Trainer, geht nicht mehr, der Muskel hat zugemacht!

Im Spiel werden natürlich auch nur die Sachen gemacht, die Freude bereiten. Mit dem Ball wird der Turbo angeschmissen, gegen den Ball rumgestanden, dirigiert und gemosert. Defensivarbeit ist verpönt und Zweikämpfen wird lieber aus dem Weg gegangen. Dies ist eher was für das Fußvolk. Doch damit nicht genug: Wenn das Spiel ergebnistechnisch gelaufen ist, wird umgehend die Auswechslung forciert, so lange es noch eine warme Bratwurst vom Grill zu erhaschen gibt oder das Wasser in der Dusche noch heiß ist.

Die Qual der Wahl

Machen wir uns nichts vor, hätte man die Wahl zwischen fleißigen Arbeitsbienchen und faulen Drückebergern, würde die Wahl alles andere als schwer fallen. Aber wir sind nun mal nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „so isses“ und aus diesem Grund muss man das nehmen, was man kriegt. Kreisliga halt…

Wurdet ihr angemessen bespaßt? Dann hinterlasst doch ein „Like“ auf der Facebookseite unseres Autors, Thomas Bentler. So findet ihr zukünftig weitere interessante Texte und erfahrt als Erste, wenn sein erstes Kreisligabuch auf den Markt geflankt wird. Für „Fans“ wird es dann übrigens eine nette Sonderaktion geben. Mehr dazu demnächst…

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Thomas Bentler

Autor, Trainer & Fußballliebhaber in Personalunion

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