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Die Geschichte des Fußballs

Fußball ist die beliebteste Sportart der Welt. Der FIFA gehören aktuell 211 Nationalverbände an und Millionen von Menschen aus aller Welt spielen das Spiel entweder selbst oder sind Fan eines Clubs. Das Spiel ist tief in der Geschichte verwurzelt, aber wo begann alles und wie wurde es zu dem Sport, den wir heute alle kennen und lieben?

Die Anfänge

Historische Hinweise zum Spiel mit der Beteiligung eines Balls findet man bei den alten Griechen und Römern schon 100 n. Chr., aber es gilt als allgemein anerkannt, dass das erste Fußballspiel, das weitestgehend unserer heutigen Spielform entsprach, zwischen 1174 und 1183 gespielt wurde. William Fitzstephen, ein Geistlicher unter dem früheren Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket, beschrieb detailliert ein Spiel, das dem Fußball sehr ähnlich war und beim jährlich stattfindenden Shrove Tuesday-Festival von Londons Youngsters gespielt wurde.

Der erste Hinweis für die Verwendung eines eigentlichen Fußballs, wobei das Spiel einfach nur als ein “Ballspiel” bezeichnet wurde, zeigte sich 1486, als Dame Juliana Berner es in ihrem Buch mit dem Namen Book of St Albans beschrieb.

Nicht lange, nachdem das Spiel erfunden wurde, entwickelte es sich zu einer äußerst beliebten Sportart in England. Im Jahr 1526 wurde dokumentiert, dass sich König Henry VIII. tatsächlich ein Paar Fußballschuhe bestellt hatte, um an einem Fußballspiel teilzunehmen.

Der Fußball, wie wir ihn kennen

Die öffentlichen Schulen Englands begannen während des 18. Jahrhunderts damit, den Fußball in der Form festzulegen, wie wir ihn heute kennen. Es handelte sich um ein Spiel, das von der Arbeiterklasse nicht gespielt werden konnte, da diese sechs Tage in der Woche und Überstunden arbeiten musste. Für sie beschränkte sich das Spiel somit auf ihre freien Tage. Regeln wie Abseits oder das ausschließliche Dribbeln mit den Füßen wurden eingeführt. Dabei handelte es sich um die ersten Entwicklungsschritte des Spiels.

Das Konzept der Fußballvereine kam erst Mitte des 18. Jahrhundert ins Spiel. Die London Gymnastics Society veranstaltete bis zum Jahr 1796 regelmäßig Fußballspiele, die dann eingestellt wurden. Der erste offizielle Club jedoch, der das Wort Fußball in seinem Namen trug, wurde in Edinburgh, Schottland irgendwann zwischen 1824 und 1841 gegründet und trug den Namen The Foot-Ball Club.

Aber es sollte bis 1957 dauern, bis die erste offizielle Fußballmannschaft gegründet wurde, als der Sheffield FC ins Leben gerufen wurde und zwar von Nathaniel Creswick und William Prest. Der Club führte seine eigenen Regeln für den Verbandsfußball ein, die sich von den Regeln der öffentlichen Schulen unterschieden, steuerte aber viele wichtige Elemente des modernen Spiels bei, wie z. B. Freistöße, Eckbälle, Einwürfe und die Querlatte.

Die erste Reihe von Regeln, die im Verbandsfußball verbreitet angewendet wurden, erstellte man am 26. Oktober 1863, als die Vertreter mehrerer Fußballclubs Londons in der Freemasons’ Tavern in der Great Queen Street der Hauptstadt Englands zusammenkamen. Diese Vertreter bildeten schließlich das, was später als die Football Accociation bekannt wurde, der britische Fußballverband. Es fanden danach noch weitere Treffen statt, bevor am 8. Dezember 1863 ein endgültiger Entwurf der “Fußballregeln” herausgegeben wurde.

Die Globalisierung des Fußballs

Der Fußball entwickelte sich zu einem gewaltigen Monstrum in England, als die Football Association im Jahr 1888 die Fußballliga gründete, der heute älteste Fußballwettbewerb weltweit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellte sich bald heraus, dass sich das Spiel auch über die Grenzen Englands hinweg ausbreitete. Italien gründete 1898 sein eigenes Ligasystem und auch andere Länder begannen damit, ihre eigenen Ligastrukturen zu organisieren. Schon bald bestand der Bedarf für ein global agierendes Leitungsorgan.

Am 21. Mai 1904 wurde im Hauptsitz der Vereinigung der französischen Gesellschaften des athletischen Sports in Paris der Weltfußballverband FIFA (Internationaler Verband des Association Footballs) gegründet. Die Gründungsmitglieder waren Vertreter der Fußballverbände aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Spanien, Schweden und der Schweiz. Die Verbände Englands und Deutschlands traten kurze Zeit später bei.

Die FIFA war ab diesem Zeitpunkt für die Organisation der prestigeträchtigen Fußball-Weltmeisterschaft verantwortlich, die seit dem Eröffnungsturnier 1930 in Urugay (das vom Gastgeber gewonnen wurde), alle 4 Jahre stattfindet. Die letzte Weltmeisterschaft fand 2014 in Brasilien statt, die von Deutschland gewonnen wurde.

Das ermöglichte einer Reihe von Ländern den Aufbau ihrer eigenen Landesligen und -wettbewerbe. Spaniens La Liga wurde 1929 gegründet, Frankreich gründete die Ligue 1 1932 und Deutschland die Bundesliga im Jahr 1963. Das führte zu einem Anstieg der Pokalwettbewerbe und zum Aufstieg eines europaweiten Clubwettbewerbs, dem sogenannten Europapokal der Landesmeister, der 1955 erstmalig ausgetragen und 1992 in Champions League umbenannt wurde. Darüber hinaus wurde 1971 als zweiter Wettbewerb die UEFA Europa League ins Leben gerufen.

Die Bildung der FIFA war außerdem der Wegbereiter für die Gründung von Kontinentalverbänden, wie z. B. CONMEBOL für Südamerika im Jahr 1916, die UEFA für Europa im Jahr 1954 und CONCACAF für Nord- und Mittelamerika im Jahr 1961. Das ermöglichte den verschiedenen Kontinenten die Organisation eigener internationaler Turniere, wie beispielsweise die UEFA European Championship und das Copa América.

Der moderne Fußball

Die Entwicklung des Fußballs während des 20. Jahrhunderts und in das 21. Jahrhundert hinein war einfach atemberaubend. Der massive steigende Einfluss des Geldes am Spiel, was dem Sponsoring und den Übertragungsrechten für das Fernsehen zu verdanken war, sorgte für große Veränderungen am Spiel, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.

Der Fußball stellt heute ein äußerst vermarktungsfähiges Produkt dar. Insbesondere Online-Sportwetten sind zu einem großen Geschäft geworden und gemeinsam mit dem Wachstum der Online-Casinos und Fußballmärkte ist dieser Markt heute eine wichtige Einkommensquelle für Internet-Buchmacher aus aller Welt. Dadurch kam es zu Problemen in Bezug auf Anschuldigungen bezüglich der Spielmanipulation und illegaler Wetten.

Nichtsdestotrotz befand sich das Spiel noch nie in einer stärkeren Position, als jetzt. Die Clubs sind reicher und finanziell abgesicherter, als jemals zuvor. Und die Fans genießen heute Vorteile, von denen sie früher nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Die Qualität des Spiels hat heute einen Grad erreicht, die vor 20 Jahren überhaupt nicht vorstellbar war.

Der Fußball hat viele Ikonen hervorgebracht, wie Pele, Diego Maradona, Johan Cruyff, Gerd Muller, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Es gab viele ausgezeichnete Teams, wie die Mannschaft Brasiliens von 1970, die Mannschaft von Real Madrid von 1960 und die Mannschaft der Niederlande von 1974. Die Geschichte des Spiels ist so unglaublich schön, dass die Aussicht darauf, was uns in der Zukunft mit diesem Sport erwartet, äußerst anregend und spannend ist.

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Redaktion

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