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Bundesliga ist nicht schwer – Kreisliga dagegen sehr!

Spitzbuben und Nervensägen in den Niederungen des Amateurfußballs

Nachdem wir euch in den vergangenen Monaten immer wieder mit Kolumnen zu den verschiedensten Themen aus der Kreisliga versorgt haben, wurde es nun einfach Zeit etwas Neues zu machen. Mal was ganz anderes, nicht immer nur Friede-Freude-Eierkuchen, sondern die bittere Realität, total unverblümt und knallhart vor den Latz geknallt. Gesagt, getan:

In Zeiten, in denen der Amateurfußball in den sozialen Medien boomt wird oft vergessen, dass Kreisligavirtuosen es manchmal schwer haben. Sehr schwer sogar. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt, aber natürlich will das häufig niemand hören. Sozial wie wir sind, nehmen wir uns der Sache allerdings an und nehmen gedanklich nicht nur alle traurigen und frustrierten Kicker in den Arm, nein, wir stellen auch die Strategen an den Pranger, die für diese Unannehmlichkeiten verantwortlich sind. Eiskalt!

Im ersten Teil unserer neuen Kolumne widmen wir uns den Spitzbuben, die schon vor dem Spiel rumnerven. Here we go:

Unpünktliche, die zu spät zum Treffpunkt kommen: #Schönheitsschläfer

Manchmal glaubt man sie machen es aus Prinzip, denn es sind wirklich immer die gleichen Fratzen, die zu spät zum Treffpunkt kommen. Die paar Euro für die Mannschaftskasse scheint sie nicht zu stören, ein paar Minuten Schlaf sind definitiv mehr wert. Und so setzt sich die Karawane zum Auswärtsspiel dank der Schlafmützen wie immer zu spät in Bewegung, Zeitnot ist somit vorprogrammiert…

Drückeberger, die nie selbst fahren: #Fahrerflüchtiger

Entweder sie sind noch stramm, haben kein Auto oder sind nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins. Andere lassen die Karre bewusst zu Hause, weil sie keinen Bock haben zu fahren. Auf jeden Fall wurden sie gefühlt noch nie am Steuer eines Autos zum Auswärtsspiel gesehen. Stattdessen nehmen die feinen Herren lieber auf dem Beifahrersitz oder auf der Rückbank Platz, chillen, daddeln am Handy oder nerven, indem sie am Radio rumspielen…

Faule Säue, die keine Materialien tragen: #Verpisser

Egal ob die Trikots, der Arztkoffer oder die Leibchen. Jeder sieht die Teile im Auto liegen, aber kaum einer fühlt sich verantwortlich, die Dinger mit in die Kabine zu nehmen. Und so kommen einige wenige total überladen in die Kabine oder müssen sogar ein zweites Mal gehen, weil andere wieder zu faul waren oder sich lieber noch eine Kippe auf den Zahn gelegt haben. Nach dem Spiel wird erfahrungsgemäß übrigens noch viel weniger mit angepackt…

Egoisten, die Hosen verschwinden lassen: #Dieb

Jedes Mal das gleiche Theater beim Öffnen des Trikotkoffers: 16 Trikots, nur 10 Paar Stutzen ohne Löcher und zu allem Unheil noch lediglich 12 Hosen. Wie das kommt? Weil einige gleich zu Beginn, als es einen neuen Trikotsatz gab, eine Hose mit nach Hause genommen haben. Würde diese am Spieltag wenigstens wieder mitgebracht, ginge das ja noch. Aber dem ist natürlich nicht so und so finden bereits vor dem Spiel in der Kabine bereits die ersten Zweikämpfe statt…

Trainer, die viel reden, aber nichts sagen: #Phrasendrescher

Die Kabinenansprache ist entweder immer gleich oder sie ist inhaltlich wie eine Flasche leer. Lediglich einige Scheißhausparolen wie „Die haben zwei aus der Ersten dabei“, „Wir müssen eng am Mann sein“ oder „Wir dürfen kein frühes Gegentor bekommen“ gibt er zum Besten und wundert sich nach dem Anpfiff, das es mal wieder überhaupt nicht läuft…

Andere Spieler, die den Platz für sich beanspruchen: #2.Mannschaft

Eigentlich können sie gar nichts dafür, scheiße ist es aber trotzdem. Spielt vor dem eigenen Team noch ein anderes, beispielsweise eine zweite Mannschaft, findet das Aufwärmen in der Regel auf einem kleinen Streifen hinter dem Tor oder an der Seitenauslinie statt. Nicht nur das ein vernünftiges Aufwärmen mit Ball kaum möglich ist, vernünftig erwärmt wird sich natürlich auch nicht, da dies a.) keinen Spaß macht und sich b.) lieber das Spiel angesehen wird…

Schiedsrichter, die gleich für Missstimmung sorgen: #Miesepeter

Kaum hat der Schiri die Kabine zur Passkontrolle betreten, ist die Stimmung mies. Alte Passfotos werden reklamiert, Schmuck soll weg, denn das wurde schon 1000 Mal gesagt und wer meint später meckern oder diskutieren zu müssen, kann gleich duschen gehen. All das macht richtig Bock auf die kommenden 90 Minuten…

Und wie sind eure Erfahrungen so sonntags vor dem Spiel? Habt ihr es auch so verdammt schwer und müsst euch mit den oben genannten Personen herumschlagen? Oder gibt es bei euch sogar noch andere Übeltäter? Dann her damit! Verlinkt fleißig die Strategen, die euch frusten, zeigt mit dem Finger auf sie und sagt ihnen knallhart: SO GEHT ES NICHT!

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Thomas Bentler

Autor, Trainer & Fußballliebhaber in Personalunion

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