Die Schiri-Kolume: Spielerfrauen, die auf den Schiri schauen

Viele Spieler sehen den Schiri als den Feind auf dem Feld. In dieser wöchentlichen Kolumne möchte ich euch zeigen, dass auch wir Akteure der Kreisliga sind – mit welchen Tücken wir Kreisligareferees zu kämpfen haben. In der sechsten Ausgabe geht es um Spielerfrauen oder auch Schirifrauen aus der Sicht eines Referees.

Spielerfrauen brauchen Aufmerksamkeit

Jaja ein interessantes Thema diese Spielerfrauen. Als Schiri sollte man meinen, dass die einen nicht interessieren. Aber dem ist nicht so. Ich erinnere mich an zahlreiche Streitereien zwischen meinen beiden Assis, wer auf die Sonnenseite des Felds darf. Und mit Sonnenseite meine ich nicht die wärmere Seite. Nein, schon beim Aufwärmen wird genauestens eruiert, welche Zuschauerseite den größeren Flirtfakor hat. Und dort findet man auf wundersame Weise während des Spiels meist den Holländer. Kein Wunder, denn die Kreisliga kann ganz schön sexy sein.

Ich dagegen muss mich mit Flirtspielchen eher zurückhalten, denn zuhause wartet meine Ms. Schirifrau auf mich. Aber dazu kommen wir noch. Das einzige, was der Holländer und ich nicht leiden können sind überschminkte, Aufmerksamkeit suchende, unattraktive Möchtegern-Spielerfrauen. Ich meine hallo?! wir sind hier nicht bei Germanys next Topmodel sondern auf dem Fußballplatz.

Spielerfrauen – eine Notwendigkeit?

Warum gibt es überhaupt Spielerfrauen? Es könnte eigentlich so einfach sein: Fußballer suchen sich Fußballerinnen und Anti-Fußballer können die überschminkten Topmodels haben. Doch in der Realität steht eben meist sehr viel Schminke am Spielfeldrand. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: In der Kreisliga sind die meisten Frauen, die selbst Fußball spielen meist keine Augenweide. Wenn ihr Gegenbeweise habt, immer her damit. Es ist aber eben oft so, dass Zuschauer eines Frauen-Kreisligakicks erstmal ein paar Minuten brauchen, um das Spiel als solches zu erkennen. Andersrum ist es leider so: Hübsche Mädels kicken meist schlecht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Genauso ist es auch bei den Schiris. Findet mal ein neues weibliches Mitglied in die Schirigruppe, möchte man diese meist kaum anfassen. Einzige mir bekannte Ausnahme: Meine Assistine.

Spielerfrauen
(c) KeithJJ/pixabay.com

Spielerfrauen = Schirifrauen

Doch auch wir Schiris finden es toll, wenn sich die Lebensabschnittsgefährtin für unseren Sport interessiert. Deshalb sucht jeder Schiri nach seiner passenden Schirifrau, die das Äquivalent zur Spielerfrau bildet. Während der Holländer noch ganz am Anfang seiner Suche zu stehen scheint, bin ich schon fündig geworden. Meine Freundin, nennen wir sie einfach mal ganz lieb Doofi, lässt sich allerdings nur selten auf dem Fußballplatz blicken. Ich wollte sie sogar schon zum Schiedsrichtern überreden aber ihr fehlt die eingezeichnete Abseitslinie auf dem Feld. Naja sei’s drum. Letztes Wochenende war es mal wieder so weit und unter den 150 Fußballinteressierten tummelte sich neben einem Dutzend Spierfrauen auch eine Schirifrau.

Spielerfrauen und Schirifrauen

Doofi ist also gewissermaßen die Spielerfrau, die auf den Schiri schaut. Und falls das eine andere der Spielerfrauen gleichtut, gibt es natürlich Beef. Ansonsten sind die weiblichen Zuschauer eher eine Art nebeneinander lebende Existenz. Die eine lässt die andere meist in Frieden. So auch am vergangenen Wochenende. Das Spiel lief eigentlich erstmal ganz ruhig. Ich an der Pfeife, der Holländer auf Assistent 1 und ein Jungspund, der Quotentürke auf Assi 2. So ein Quotentürke kann schonmal der Retter eines ganzen Gespanns sein, wenn eine der Mannschaften der FC Türk Dönerlic heißt. Heute war dem aber nicht so, es waren mal wieder zwei Dorfvereine.

Vor der Pause dann eine längere Verletzungsunterbrechung. Die Schirifrau langweilt sich sichtlich und versucht Kontakt aufzunehmen. Zuerst mit dem Holländer, dann auch mit mir. “Hallo, Holländer”, schallt es über den Sportplatz. Er dreht sich verdutzt um und sieht einem breiten Grinsen ins Gesicht. Dann geht es auch schon weiter und bald darauf in die Halbzeit.

Spielerfrauen küsst man nicht

In der Halbzeit ist dann der weibliche Besuch Thema Nummero 1. Naja ich wusste ja auch nicht, dass sie kommt. Ein wenig Lacher und doofe Sprüche muss ich mir dennoch gefallen lassen. Dann geht es wieder raus und auf dem Weg zum Platz treffe ich natürlich auf meine Ms. Perfect. Ein kurzes “Hey schön, dass du da bist” und ab auf den Platz. Ich habe ja noch zu tun. Dass sie mir ihre Wange hinhält, fällt mir im Vorbeigehen nur dezent auf.

Spulen wir nun etwas nach vorne. Ich bin geduscht, habe meine Jungs nach Hause gefahren und düse weiter zu meinem Doofi. Die erwartet mich mit einem bösen Blick. Ich hätte sie ignoriert… Na gut ein bisschen hin und her diskutiert und dann das übliche Prozedere. Ihr kennt das sicher von euren Spielerfrauen: “Du hast ja recht Schatz” – Küsschen links, Küsschen rechts und gut ist es wieder. Naja zumindest fast, denn schlafen durfte ich auf der Couch und auf diesen Zuschauer muss ich jetzt wohl eine Zeit lang verzichten – Shit happens.

Vielen Dank weiterhin für das Lesen der Kolumne. Die Ausgabe von vergangener Woche findet ihr hier. Noch eine schöne Woche, Gutkick und bis zum nächsten Mal – Euer Michael.

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Michael

Michael

Als Schiri in der Kreisliga erlebe ich jedes Wochenende die verschiedenen Seiten des Amateurfußballs. Doch auch ein kühles Helles in der Kneipe oder gute Ballermann-Musik sind am Wochenende auf der Tagesordnung.
Die Geschichten in der Kolumne sind freilich frei erfunden und Gemeinsamkeiten mit realen Personen oder Vereinen purer Zufall 😉
Michael

Michael

Als Schiri in der Kreisliga erlebe ich jedes Wochenende die verschiedenen Seiten des Amateurfußballs. Doch auch ein kühles Helles in der Kneipe oder gute Ballermann-Musik sind am Wochenende auf der Tagesordnung. Die Geschichten in der Kolumne sind freilich frei erfunden und Gemeinsamkeiten mit realen Personen oder Vereinen purer Zufall ;)

Noch mehr Kreisliga!

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